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Wilhelm
Hausenstein (1882-1957
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Wilhelm
Hausenstein war ein universal gebildeter Mensch, der als
Reiseschriftsteller, Kunstschriftsteller, -kritiker, -historiker
und -soziologe zugleich Maßstäbe setzte, die unverändert
gültig sind.
Er wurde
in Hornberg geboren, besuchte in Karlsruhe das Gymnasium
und in Heidelberg die
Universität und vertrat wie kaum ein anderer das, was im
besten Sinne badisch ist - ohne provinzielle Enge, aber mit
Scharfsicht und dem Scharfsinn dessen, der die Welt kannte
und in der Fremde begriff, was die Heimat bedeutet.
Er war, gerade als Badener, ein Brückenbauer
zum Nachbarn: als Literat und als Diplomat hat er, und zwar
unter großen Schwierigkeiten, nach 1945 die Partnerschaft mit
Frankreich neu begründet. Und dies konnte nur gelingen, weil
er schließlich auch ein vorbildlicher Mensch war, der seiner Überzeugung
treu blieb, auch als es ihn, in finsteren Zeiten, fast das
Leben kostete.
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| 1882 |
Wilhelm
Hausenstein wird am 17. Juni 1882 in Hornberg im badischen
Schwarzwald geboren; sein Vater ist großherzoglicher Finanzbeamter,
seine Mutter die Tochter des "Bärenwirts" in
Hornberg. |
| 1891-1900 |
Humanistisches
Gymnasium in Karlsruhe |
| 1900-1905 |
Studium
an den Universitäten Heidelberg, Tübingen, München: Philosophie,
klassische Philologie, mittlere und neuere Geschichte, Nationalökonomie.
Promotion ("summa cum laude"). |
| 1906 |
Paris: Vorleser
der im Exil lebenden Königin Marie-Sophie von Neapel-Sizilien,
Schwester der Kaiserin Elisabeth von Österreich. |
| 1907 |
Eintritt
in die Sozialdemokratische Partei; intensive Mitarbeit
in den Arbeiter-Lehrkursen und an den "Sozialistischen
Monatsheften". Hierdurch wird die geplante Habilitation
unmöglich gemacht.
Freier Schriftsteller. Nachträglich Beginn
des Studiums der Kunstgeschichte. |
| 1908 |
Ausgedehnte
Reisen nach Frankreich, Belgien, Österreich, Italien, Holland,
später auch Dänemark, Griechenland und Kleinasien. |
| 1910 |
Erstes
Buch: "Der Bauern-Bruegel" (erste deutsche Monographie über
den Maler).
Dann: "Rokoko. Französische und deutsche
Illustratoren des 18. Jahrhunderts";
"Der nackte Mensch in der Kunst aller
Zeiten und Völker", etc. |
| 1915 |
Erste
Begegnung mit Rainer Maria Rilke. |
| 1916-1917 |
Mitglied
der Pressesektion der Politischen Abteilung beim deutschen
Generalgouverneur in Brüssel.
Redakteur des "Belfried", Brüssel; Beginn
der Mitarbeit bei der "Frankfurter Zeitung".
Hausenstein lernt in Brüssel seine spätere
Frau, Margot Lipper, kennen.
Intensive Studien zum Barock. |
| 1918 |
Publizistische
Tätigkeit: "Frankfurter Zeitung", "Münchner
Neueste Nachrichten";
Mitherausgeber des "Neuen Merkur". |
| 1919 |
Austritt
aus der Sozialdemokratischen Partei, weil sie ihm in einem
gefährlichen Kompromiß mit der Rechten zu stehen schien.
Heirat mit Margot Lipper, München; Trauzeugen:
Rainer Maria Rilke und Emil Preetorius.
Bücher über den Isenheimer Altar, den
Expressionismus in der Malerei und Paul Klee. |
| 1922 |
Geburt
des einzigen Kindes; nach Rainer Maria Rilke auf den Namen
Renée-Marie getauft. |
| 1923 |
Lunacarskij
veröffentlicht in Moskau eine große Abhandlung über Hausensteins
Arbeit, insbesondere seine Soziologie der Kunst. |
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Teil 2 ==> |

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