Religionsunterricht mal anders

 

Am 06.02.2013 besuchten wir, der Q11-Religionskurs von Frau Lambacher, die in der Schulbibliothek ausgestellte Dokumentation über das Kirchenasyl in Deutschland. In Gruppen erarbeiteten sich die Schüler die wichtigsten Informationen, also den historischen Hintergrund des Kirchenasyls, Schicksale von Betroffenen, sowie auf dem Kirchenasyl basierende Konflikte und Debatten. Die anschauliche Darstellung der Fakten begeisterte die Schüler und ein kleiner Konkurrenzkampf um die besten Antworten auf den Arbeitsblättern entstand. Währenddessen hielt Frau Lambacher unser Arbeitsvorgehen mit einer Kamera fest. Im Anschluss folgte eine Diskussion über das interessante, fesselnde Thema im Unterricht. Zum Beispiel verwunderte viele Schüler die sehr späte Entstehung des modernen Kirchasyls, hervorgerufen durch den Selbstmord eines von der Gesellschaft und Politik alleingelassenen Flüchtlings im Jahr 1981. Nach diesem Vorfall sah sich die Kirche zum Handeln gezwungen: Sie will politisch Verfolgten Schutz bieten.

In besonders dramatischen Einzelfällen stellt sie sich gegen den Staat auf die Seite der Flüchtlinge. Ihr Vorgehen begründet sie mit der Mitmenschlichkeit und der Tradition der biblischen Texte. So waren auch die Israeliten nach dem Buch Exodus heimatlose Fremde, die aus ihrer Heimat fliehen mussten.

Die Kirche sieht es als christliche Pflicht in Situationen einzugreifen, in denen unser Staat versagt (z.B. Apg 5,29 „Man muss Gott mehr gehorchen als dem Menschen“).

Auch Kardinal Lehmann und Papst Johannes Paul II. stärkten dem Kirchenasyl den Rücken: Sie forderten mehr Rechte für Flüchtlinge und dass der Staat das Kirchenasyl akzeptiere, denn die Kirche soll Heimat bieten. Sie stellen den Rechtsstaat damit aber nicht in Frage, sondern leisten einen Beitrag zum Erhalt des Rechtsfriedens, denn jeder Mensch soll nach seinem Gewissen Gutes zu tun können, auch wenn er sich dafür in Einzelfällen anderen Autoritäten widersetzten muss.

Rückblickend war die Ausstellung sehr informativ, die Unterrichtsstunde wird uns Schülern trotz der an diesem Tag eher mäßigen Motivation - die Ferien standen kurz vor der Tür- lange in Gedächtnis bleiben. Anregungen für hitzige Diskussionen über das Thema gab es genug. So meinen viele, dass man in den Heimatländern der Flüchtlinge helfen muss, um ihre Situation dort zu verbessern und es gar nicht erst zur Flucht kommen muss. Auch solche Aufgaben, also zum Beispiel die Hilfe für die Entwicklungsländer, nimmt die Kirche an. Leider wird heutzutage die Rolle der Kirche oft nur kritisch gesehen. Ihre Verdienste sollte man aber, ob Gläubiger oder Ungläubiger, anerkennen und schätzen.

Anja Friedl, Saskia Velikov, Silka Lambacher

Verantwortlich: Silka Lambacher

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!erstellt am 10.12.2013