Kann die deutsche Sprache schnauben,
schnarren, poltern, donnern, krachen,
kann sie doch auch spielen, scherzen,
lieben, kosen, tändeln, lachen.
Friedrich von Logau (1604-1655)

Das Fach Deutsch

  • Das Fach Deutsch gehört am Gymnasium zu den Kernfächern. Hier werden wichtige Schlüsselqualifikationen vermittelt: formale Sprachbeherrschung, Textverständnis, Ausdrucksvermögen, Argumentations- und Kommunikationsfähigkeit sowie Medienkompetenz.

  • Das Fach Deutsch leistet zudem einen besonderen Beitrag zur kulturellen, ästhetischen und literarischen Bildung.

    Besonderheiten an unserer Schule:

    1. Ersatz einer Schulaufgabe durch zwei Tests (staatlich und schulintern) in den Jahrgangsstufen 6 und 8

    2. Ersatz einer Schulaufgabe in Jahrgangsstufe 5 durch einen Test aus formalsprachlichen und Sprachverständnisanteilen. (Modus 21-Maßnahme)

    3. Teilnahme am Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in Jahrgangsstufe

    4. Förderkurse für schwächere Schüler in verschiedenen Jahrgangsstufen („Deutsch plus“)

    5. Schultheater, aktuell für Mittel- und Oberstufe

    6. Intensivierungsstunden in der 5. Jahrgangsstufe

 

 

Lesen Bild 1

LESEN

„Verraten Sie mir noch ein Letztes“, sagte Harry. „Ist das hier wirklich? Oder passiert es in meinem Kopf?“ Dumbledore strahlte ihn an, und seine Stimme klang laut und stark in Harrys Ohren, obwohl der helle Nebel sich wieder herabsenkte und seine Gestalt verschwimmen ließ. „Natürlich passiert es in deinem Kopf, Harry, aber warum um alles in der Welt sollte das bedeuten, dass es nicht wirklich ist?“

Joanne K. Rowling, Harry Potter und die Heiligtümer des Todes, Hamburg: Carlsen 2007, S. 731

Bücher laden uns ein, in fremde Welten einzutauchen. Fantastisch, fremdartig oder unheimlich können diese zum Beispiel sein. Gerade die Erfahrung anderer Welten macht den eigentlichen Reiz und die Bedeutung von Literatur aus. Wir versetzen uns in diese Welten hinein, lassen uns von ihnen gefangen nehmen und denken über sie nach, weil wir Teil davon und Außenstehende zugleich sind. Und so wie wir uns ihnen von der realen Welt aus zuwenden, spielen sie umgekehrt als Möglichkeiten in diese hinein. Wie in einem Flugsimulator können wir beim Lesen die Perspektive des Piloten einnehmen, d.h. fliegen und abstürzen, ohne uns jedoch zu verletzen.

Es lohnt sich also, immer besser lesen zu lernen, denn wenn wir genau lesen können, kann sogar ein Komma für reichlich Gänsehaut sorgen.

(Text und Bild: Sabine Jelinek)

 

Kommunikation

KOMMUNIKATION

Was ist Kommunikation? Warum gelingt Kommunikation und wie entstehen Kommunikationsstörungen? Im Deutschunterricht gehen wir diesen Fragen nach und analysieren Alltagskommunikation und ihre Störungen. Wir lernen verschiedene Kommunikationsmodelle kennen und nutzen sie bei der Analyse literarischer Texte. Wir lassen uns von Bildern und Plastiken inspirieren und verfassen selbst Texte, in denen Kommunikationsschwierigkeiten von Bedeutung sind. Wir untersuchen, welche Wirkung politische Reden haben, indem wir deren rhetorische Gestaltung analysieren und ihre argumentative Überzeugungskraft überprüfen. Wir setzen uns mit unterschiedlichen Modellen des Spracherwerbs auseinander und klären, welchen Einfluss die Medien auf Sprache haben und wie sich Sprache verändert. Von der fünften Klasse an werden die Schülerinnen und Schüler für das eigene Kommunikationsverhalten und das ihrer Mitmenschen sensibilisiert, und dazu angeregt, aktiv zuzuhören und miteinander zu sprechen, zu diskutieren und ein Bewusstsein für die Bedeutung von Sprache zu entwickeln.

(Text  Andrea Rauer / Bild: Bayerischer Rundfunk)

 

DEUTSCHUNTERRICHT KREATIV

Der Deutschunterricht am WHG besteht nicht nur aus Diktat, Grammatikübung, Aufsatztraining und Lektüre. Das machen wir auch, doch daneben finden wir Platz für einen kreativen Zugang zu Literatur und Sprache. Texte werden in verteilten Rollen gelesen, gespielt, geschrieben und bearbeitet.

In der siebten Klasse steht die literarische Gattung der Ballade im Lehrplan. Das klingt nach Silbenzählen, Reimanalyse und Auswendiglernen. Spannender aber geht das Ganze, wenn die Schüler selbst zu Feder greifen oder sich mit berühmten Balladen der Literaturgeschichte kreativ auseinandersetzen. Schüler der 7. Klassen haben nicht nur zur Feder gegriffen, sondern zum Zeichenstift, zum Zauberstab, zum Theatervorhang und zur Kamera. Daraus entstand ein Balladenprojekt, das unterschiedlichen Gedichten auf ganz besondere Weise eine Bühne bot.

An einem Vormittag verwandelte sich dann das Klassenzimmer zum multimedialen Theaterraum und Ausstellungssaal: Heinrich Heines „Belsazar“ wurde in kleinteiliger Heimarbeit zu einem Fotoroman verarbeitet. Die Schüler fotografierten sich in Kostüm und Kulisse, um einen Fotocomic zu erstellen, den sie selbständig bearbeiteten und der Klasse präsentierten. Darauf wurde es still und finster, als eine Effektgruppe Papiertheater am eigentlich so altmodischen Tageslichtprojekt spielte und die Klasse zusammen mit Fontanes „John Maynard“ an Bord ging und eine spannende Schiffskatastrophe erlebte. Zum Abschluss rezitierte ein Schüler auswendig Goethes berühmten „Zauberlehrling“, während seine Teamkolleginnen und -kollegen ein spannendes Liveschauspiel in Standbildern aufführten. Zerschnittene Müllsäcke fluteten das Klassenzimmer als Wassermassen, ein menschlicher Besen teilte sich und Applaus brandete auf.

So haben die Siebtklässler die alten und schwierigen Texte noch nie erlebt und selbst in etwas Lebendiges überführt. Da machte das folgende kreative Schreiben dann auch gleich mehr Spaß und gemeinsam entstanden fünf Balladen im alten Stil.

(Text: Andreas M. Bräu)

 

THEATERABONNEMENT

Auf der Bühne lässt sich Bestehendes hinterfragen, Ungesehenes sichtbar machen und Unbekanntes ausprobieren. Das Theater stellt Fragen und gibt manchmal Antworten, es bewegt, es öffnet Leuten vielleicht die Augen und kann ein Rahmen sein, durch den man das Leben aus neuen Blickwinkeln sieht.

So beschrieb eine ehemalige Schülerin ihre Gründe, weshalb sie am Theaterabonnement teilnahm. Und aus diesen und anderen Gründen bieten wir jedes Jahr für Schüler ab der 10. Klasse das Theater-Abonnement des Theaterjugendrings der Stadt München an, das an unserer Schule zu erwerben ist. Das Abo umfasst fünf Theaterbesuche, die aus unterschiedlichen Genres zusammengestellt sind: Schauspiel, Improvisationstheater, Kabarett und Tanz. Für die Schüler sind die organisierten Theaterabende eine schöne Gelegenheit, um mit den Mitschülern zusammen ein Stück Kultur zu erleben und um das Gesehene nicht zuletzt auch im Unterricht anwenden zu können.

Das Abo kostet für fünf Vorstellungen insgesamt 45 €. Für weitere, ausführliche Informationen wird zu Beginn jedes Schuljahres von den Deutschlehrern ein Schreiben ausgegeben. Wir hoffen, dass viele Schülerinnen und Schüler auch im nächsten Schuljahr dieses günstige Angebot in Anspruch nehmen und dadurch in das kulturelle Leben unserer Stadt eingeführt werden und Theater vor allem gemeinsam erleben.

(Text: Leonie Woitschell)

 

W- und P-Seminare am WHG

P-Seminare:

Begleitung von Studien-Übungsfilmen an der Hochschule für Film und Fernsehen: Drehbuch, Konzeption, Durchführung

„Jugend schreibt“ der FAZ – journalistisches Schreiben

Schreibwerkstatt für besseres Deutsch

Radio in der Schule

Und wie sprichst du ? – Sprache in unserem Alltag

 

W-Seminare:

Phänomenologie des Kriminalromans

Die literarische Strömung der Popliteratur der 90er Jahre

Literaturverfilmungen

"Leib und Seele" – Körperwahrnehmung und -befindlichkeit in der Literatur

München als Stadt der Literatur

Bayerische Autoren

Minderheiten und gesellschaftliche Außenseiter in der Gegenwartsliteratur

Von Chanson bis Hip Hop: Deutsche Liedtexte in Verbindung mit populärer Musik seit 1945

Identitätskonstruktionen im Film

Psychische Störungen im Spiegel der Literatur

Das Phänomen Harry Potter

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