Reportage_Deutsch-Französischer_Tag_2017.odt

Programm_dt-fr._Tag_23.1.2017.docx

 

„Mein Verhältnis zur französischen Sprache ähnelt dem zu meiner Frau. Ich liebe sie, aber ich beherrsche sie nicht.“

Hans-Dietrich Genscher (*1927), dt. Politiker (FDP), 1974-92 Bundesaußenminister

 

Herr Genscher, Sie waren auf der falschen Schule!

 

FRANZÖSISCH AM WILHELM-HAUSENSTEIN-GYMNASIUM

 

Neben der Vermittlung der notwendigen Sprachkompetenz, also der ‚Beherrschung‘ der Sprache, versuchen wir am WHG, den Schülerinnen und Schülern die Liebe zur französischen Sprache, aber auch zum Land selbst mitzugeben.

Frankreich, wichtigster Wirtschaftspartner Deutschlands und Urlaubsziel Nummer 1 weltweit, sowie die französischsprachige Welt (la francophonie) wird den Kindern in ihrer ganzen Vielfalt anschaulich, praxisorientiert und schülernah näher gebracht.

 Am WHG wird Französisch als zweite Fremdsprache ab der 6. Jahrgangsstufe angeboten. Im Schuljahr 2013/14 gibt es 23 Französischklassen oder –kurse, darunter vier Eingangsklassen.

In den Jahrgangsstufen 5-10 wird das Lehrwerk Découvertes verwendet. In der Oberstufe arbeiten wir mit Horizons, ebenfalls vom Klett-Verlag.

Der Französischunterricht wird - z.T. schon ab dem Ende des ersten Lernjahres - durch Lektüren ergänzt. Das Lesen dieser zunächst didaktisierten Büchlein, später aber auch ungekürzten Originalausgaben französischer Literatur ist für die Schüler erfahrungsgemäß besonders motivierend, da sie direkt sehen können, was ihre Sprachkenntnisse ihnen ermöglichen.

In der neunten Jahrgangsstufe wird ein großer Leistungsnachweis als mündliche Schulaufgabe abgehalten werden. Diese Kleingruppenprüfung trägt der Ausrichtung des Fremdsprachenunterrichts auf die Mündlichkeit und Kommunikationsorientierung Rechnung und prüft Interaktion und Problemlösen in der Fremdsprache (in einem Rollenspiel) ebenso ab wie die Fähigkeit zu längeren und strukturierten spontanen Äußerungen.

Die Schüler, die Französisch in der Oberstufe weiter belegen, werden in der elften Jahrgangsstufe erneut mündlich geprüft werden, um sie auf die mündliche Teilprüfung der schriftlichen Abiturprüfung bzw. das Kolloquium vorzubereiten.

Wenn Sie sich über Vorzüge und Schwierigkeiten (für das Lernen) der französischen Sprache informieren wollen, so finden Sie Informationen entweder gleich im Anschluss an diesen Artikel oder aber auf unserem alljährlichen Sprachenwahlabend für Eltern von Schülern der fünften Jahrgangsstufe, der im Frühjahr stattfindet.

Das Engagement der momentan 14 Kolleginnen und Kollegen der Französisch-Fachschaft beschränkt sich nicht auf den Unterricht im Klassenzimmer, und so gibt es am WHG …

-          … einen Frankreich-Austausch (8. Jahrgangsstufe) mit Lesparre-Médoc, einem kleinen Städtchen an der französischen Atlantikküste bei Bordeaux (siehe auch eigenen Artikel unter Schulprofil / Austausch-programm). Darüber hinaus werden regelmäßig anderweitige Austauschmöglichkeiten eruiert und den Schülern angeboten (Austausch auf privater Basis, staatlich geförderte Individualaustauschprogramme, z.B. Voltaire-Programm, Brigitte-Sauzay-Programm etc.)

-          W- und P-Seminare der Oberstufe mit Französisch als Leitfach (z.B. Prix des Lycéens, La littérature de jeunesse en France, Planung, Organisation und Durchführung einer Studienfahrt nach Paris etc.)

-          … jedes Jahr am 22.1. ein großes, von den Französischklassen gestaltetes Rahmenprogramm anlässlich des deutsch-französischen Tags (Jahrestag der Unterzeichnung des deutsch-französischen Freundschaftsvertrags am 22.1.1963 durch Charles de Gaulle und Konrad Adenauer) mit Theaterstücken, Ausstellungen, Gesangseinlagen und kulinarischen Köstlichkeiten aus der französischen Küche

..      Außerdem: - Kurs- und Klassenexkursionen in Museen, zu Theateraufführungen und ins (französische) Kino

                               - Studienfahrten nach Paris

                               - Fächerübergreifende Projekte mit anderen Fächern

 

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Für weitere Informationen:

http://www.isb-gym8-lehrplan.de/contentserv/3.1.neu/g8.de/index.php?StoryID=26370

(Fachprofil Französisch des aktuellen Lehrplans)

http://www.isb.bayern.de/schulartspezifisches/lehrplan/gymnasium/fachprofil-ebene-2/franzoesisch-zweite-fremdsprache/312/

(Lehrplan Französisch für die einzelnen Jahrgangsstufen)

 

 

 

Französisch als zweite Fremdsprache am Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium

Hinsichtlich der in der sechsten Jahrgangsstufe beginnenden zweiten Fremdsprache finden Sie im Folgenden Entscheidungshilfen für bzw. gegen die Wahl von Französisch.

-          Frankreich ist unser wichtigster politischer Vertrauter und wirtschaftlich unser wichtigster Partner. Mit keinem anderen Land bestehen so enge Bande. Über einhundert bilinguale Studiengänge bezeugen die enge Zusammenarbeit und den Bedarf an französischsprachigen Fachkräften.

-          Neben der Sprache selbst vermittelt der Französischunterricht interkulturelle Kommunikation und eine vorurteilsfreie Interaktion in fremden Kulturräumen.

-          Das Erlernen der französischen Sprache bereitet – ähnlich wie das Erlernen des Lateinischen - das Lernen anderer Sprachen der romanischen Sprachgruppe auf ideale Weise vor. (35% wiedererkennbarer Vokabeln zwischen Französisch und Spanisch / Italienisch)     

-          Ca. 115 Millionen Menschen weltweit sprechen Französisch als Muttersprache. Durch die globale Verteilung dieser (von Kanada bis Vietnam) wird Französisch als eine der weltweit wichtigsten Sprachen angesehen. Vergessen wir nicht, dass Französisch eine der beiden offiziellen Sprachen der europäischen Union ist und dass es innerhalb der EU weit mehr Französischmuttersprachler gibt als native speaker des Englischen!

-          In der heutigen globalisierten Welt mit zwischen 750 Millionen und einer Milliarde Englischlernenden ist es nicht mehr die erste, sondern die zweite Fremdsprache, welche die entscheidende Zusatzqualifikation in der Arbeitswelt darstellt. Die europäische Kommission empfiehlt mittlerweile das flüssige Beherrschen von mindestens zwei modernen Fremdsprachen.

-          Frankreich ist nach wie vor das – in absoluten Touristenzahlen – beliebteste Reiseland der Welt. Dies ist ein Anhaltspunkt dafür, was es dort zu entdecken gibt – vom Mont St. Michel bis zu den Calanques, von der Dune du Pyla bis zum Mont Blanc. Alle Reize und Attraktionen, natürlich wie handgemacht, werden in den Schulbüchern schülernah wiedergegeben – wie übrigens auch die Gemeinschaft der französischsprachigen Gebiete weltweit, der Francophonie – von Martinique bis La Réunion. Das sprichwörtliche savoir-vivre der Franzosen, der kulturelle Reichtum des Mutterlandes und der Überseegebiete sowie die prägende Geschichte des Landes werden die Kinder beeindrucken und beeinflussen – vielleicht bei mehr als nur der Wahl des Urlaubsziels.

-          Die durchaus nationalbewussten Franzosen werden jemandem, der sie in perfektem Englisch anspricht, mit respektvoller Distanz begegnen. Nur einem redlich bemühten Französischlerner aber werden sie sich ganz öffnen und das gesamte Programm ihrer Gastfreundschaft zu Teil werden lassen.

-          Falls Ihre Kinder „Asterix bei den olympischen Spielen“, „Ziemlich beste Freunde“ oder „Willkommen bei den Sch‘tis“ lustig fanden, werden Sie sich darauf gefasst machen müssen, dass sie zusammen mit der französischen Sprache eine wahnsinnig komische Humorebene lieben lernen werden. Weitere kulturelle Errungenschaften in den Bereichen Literatur, bildende Kunst und „ernstes“ Kino von gestern und heute sind natürlich ebenso Ausbildungsinhalte.

Die Schwierigkeiten der französischen Sprache:

-          Die nicht von der Hand zu weisenden Schwierigkeiten, die das Lernen der französischen Sprache bereithält (z.B. in der deutschen Sprache nicht vorhandene Laute, Diskrepanz von Lautung und Schreibung, eine an Unregelmäßigkeiten nicht gerade arme grammatikalische Grundstruktur etc.) haben in der aktuellen, kompetenzorientierten Ausrichtung des Französischlernens am Gymnasiums ihren Schrecken immerhin etwas eingebüßt:

Die frühere Konzentration auf Grammatikdrillübungen hat einer Realitätsorientierung Platz gemacht, die den kommunikativen Nutzen des Französischen in den Vordergrund stellt. In Aufgabenformen wie Mediation (Sprachmittlung), Hör- und Leseverstehen werden Rechtschreibfehler oft differenziert bzw. gar nicht mehr gewertet.

Des Weiteren findet sich das allseits gefürchtete (bewertete) Diktat mittlerweile nur mehr im Anfangsunterricht (1. und 2. Lernjahr) und hat das Feld zugunsten oben genannter, kommunikativerer Aufgabenformen geräumt.

Inhaltlich überwiegen Themengebiete und eine Sprache, die sich an der Lebenswelt der Schüler/-innen orientieren (Sprachbetrachtung bis hin zur Jugendsprache, der SMS-Sprache und dem von den subkulturellen Anfängen längst zum Mainstream aufgestiegenen ‚verlan‘).

Dennoch bedarf es hinsichtlich der Komplexität der französischen Sprache und der massiven Unterschiede zum Deutschen Ausdauer, ein gewisses Imitations-vermögen (z.B. von Aussprachemustern und beim Erlernen von Lautstrukturen, die es im Deutschen nicht gibt) und zuweilen auch etwas Frustrationstoleranz bei den Schülern J

-          Die Menge des Vokabulars übersteigt in ihrer Fülle sicherlich bei weitem die des Lateinunterrichts. Das bedeutet zwar einen größeren Lernaufwand, ist aber für eine reale Kommunikation – und die ist ja letzten Endes das Ziel des modernen Fremdsprachenunterrichts - natürlich sehr vorteilhaft.

-          Eine solche reale Kommunikation wird den Schülern beispielsweise durch den Frankreichaustausch in der 8. Jahrgangsstufe geboten. Seit mehreren Jahren haben wir mit Lesparre-Médoc an der französischen Atlantikküste eine Partnerschule mit stabil hoher Teilnehmerzahl und einem nicht von der Hand zu weisenden Lagevorteil in Sachen Meer. Bitte lesen Sie hierzu auch den Artikel unter der Rubrik „Austauschprogramme“.

Zudem besteht immer die Möglichkeit, an verschiedenen anderen Austauschprogrammen teilzunehmen (bis zu mehreren Monaten) oder mit Hilfe der Schule einen Austausch auf privater Basis zu organisieren.

 

 

Erstellt am 20.11.2013

Klaus Leuchtweis

Fachbetreuung Französisch

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