Was kennzeichnet den Lateinunterricht am WHG?


Am WHG kann Latein als zweite Fremdsprache gewählt werden und beginnt in Jahrgangsstufe 6. Es wird das Lehrwerk Campus (Ausgabe C) verwendet, das sich durch systematisch und überschaubar voranschreitende Lerneinheiten auszeichnet. Wie ein Lehrbuch der modernen Fremdsprachen veranschaulicht es mit gutem Bild- und Textmaterial den Alltag im römischen Reich. Dieses Lehrwerk wird bis Jahrgangsstufe 8 eingesetzt.

Ab der Jahrgangsstufe 9 steht die Lektüre römischer Autoren wie zum Beispiel Caesar, Ovid oder Cicero im Vordergrund. In der Lektürephase werden die Schüler allmählich dazu befähigt, lateinische Texte der Weltliteratur im Original zu lesen und zu verstehen. Hierbei werden grundlegende Arbeitstechniken im Umgang mit Literatur eingeübt. Außerdem bieten gerade diese Texte Möglichkeiten zur kreativen Auseinandersetzung.

In Jahrgangsstufe 10 wurden kürzlich parallel zur Lektüre von Ciceros "In Verrem" Reden "In Ciceronem" verfasst und gehalten. Dabei lernten die Schüler wichtige rhetorische Mittel kennen, die sie anschließend selbst umsetzten.

                                                                                  

Latein kann auch in der Oberstufe weitergeführt werden. Gerade als Abiturprüfungsfach (mündlich oder schriftlich) ist Latein attraktiv, da nach der Lehrbuchphase eigentlich kein neuer Grammatikstoff hinzukommt. Auch die Wahl als  W- oder P-Seminar ist möglich.

In allen Jahrgangsstufen wird am WHG neben der reinen Grammatik- und Textarbeit auch auf den kreativen Umgang mit dem Fach Wert gelegt. Beim Verfassen und Vorspielen kleiner Theaterstücke sowie beim Umsetzen lateinischer Texte, beispielsweise in einen Comic, setzen sich die Schüler kreativ mit Sprache und Literatur auseinander. Bildliche Darstellungen und Realien aus der Antike veranschaulichen das faszinierend fremdartige Leben im römischen Weltreich. Museumsbesuche und Exkursionen vertiefen diese Eindrücke. All diese Aspekte beflügeln die Phantasie und bilden eine notwendige Ergänzung zur vorwiegend rationalen, systematischen Arbeit an Sprache und Text.

                                                 Phaedrus, Fabulae 1, 24: Rana rupta et bos
                                                         "Inops, potentem dum vult imitari, penit."

rana et bos 1rana et bos 2rana et bos 3 rana et bos 4

 Schülerbeispiel: Der zerplatzte Frosch und der Ochse

 

Exkursion der 7. Jahrgangsstufe nach Weißenburg

         

                         auf der antiken Fußbodenheizung                                   römisches Rundmühlespiel

                      vor dem Nordtor des Kastells Biriciana                                

 

Warum Latein lernen?

"Die klassischen Sprachen öffnen uns das Tor zur Geschichte und Kultur Europas und fördern in besonderem Maße die Denkfähigkeit."

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle über die Vorzüge von Latein und Altgriechisch

 

Latein wird oft als eine Schule des Denkens bezeichnet und dies nicht zu Unrecht, denn es fordert und fördert Klarheit und Disziplin im Denken, es erzieht zu Gründlichkeit und Konzentration. Das Übersetzen und die genaue Interpretation der Texte erfordern eine logische und analytische Vorgehensweise und stellen damit eine gute Vorbereitung für jeden Beruf und jedes Studium dar (Studierfähigkeit).

Latein erleichtert das Erlernen der modernen Fremdsprachen erheblich, denn es ist die "Muttersprache" der romanischen Sprachen Französisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch und Rumänisch. Auch der Wortschatz des Englischen stammt zu großen Teilen aus dem Lateinischen.


Latein bietet eine hervorragende Hilfe zum Verstehen von Lehn- und Fremdwörtern; es ist der Grundstock für die wissenschaftliche und technische Begriffswelt. Mehr als die Hälfte des englischen Wortschatzes, der in der Forschung (Naturwissenschaften, Computertechnologie) fast ausschließlich Verwendung findet, geht auf das Lateinische zurück.


Ein guter Lateinunterricht unterstützt den Deutschunterricht und fördert das muttersprachliche Ausdrucksvermögen. Die lateinische Sprache ist durch ihren logischen und klaren Aufbau in hohem Maße geeignet, den Schülern eine sichere Grammatikgrundlage zu vermitteln. Sie lernen, was Grammatik ist, und verstehen, wie eine Sprache „funktioniert". Dadurch gewinnen sie Flexibilität im Umgang mit Sprache und gebrauchen auch die eigene Muttersprache bewusster.

Das Kleine Latinum (= Nachweis gesicherter Kenntnisse in Latein) ist eine große Hilfe für zahlreiche Studienfächer.

 

Verfasserin: StRin Kathrin Schmutzler                                                                                                                                   Erstellt am: 20.11.2013